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Alte Bräuche zu Ostara (Ostern)
Alte Osterbräuche verbinden oft christliche Symbole mit vorchristlichen Ritualen zur Begrüssung des Frühlings und symbolisieren neues Leben, Licht und die Überwindung des Todes.

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Die Germanen sollen die Fruchtbarkeitsgöttin Ostara gefeiert haben, die den Frühling bringen sollte und Ostern den Namen gab. Einige der überlieferten Osterbräuche sind heute immer noch aktuell.
Feldweihe
Zu Ostara wurden die Felder vorbereitet und zwar als aller erstes mit einem Segnungsritual. Dazu umlief man vor Sonnenaufgang die Grenzen seiner Äcker, stellte an jeder Ecke des Feldes heilige Kräuter und Kerzen auf und steckte Weidenzweige in den Boden, während man um Schutz der Felder und reichhaltige Ernten bat.
Menschen, Kühe und Pferde begleiteten die Umzüge. Der Huftritt der Pferde sollte den Boden aufwecken und eine reiche Ernte bescheren. Es wurde Krach gemacht und man trug grüne Zweige, Blumen und Sonnenkreuze in den Händen, um den Frühling zu begrüssen.
In diesem Zeitraum wurde auch das erste Monatsblut von Unverheirateten aufgefangen. Es galt als sehr wertvoll und wurde in einem Ritual der Erde übergeben. Es sollte die Fruchtbarkeit der Felder fördern.
Hausreinigung und Hausweihe
Wie schon zu Imbolc auch (keltisches Fest am 1. Februar – markiert die dunkle Jahreszeit zu verlassen), wird zu Ostara das Haus geputzt, um noch einmal die letzten Winterreste auszutreiben und die frische, neue Naturkraft ins Haus zu holen. Eines der Hausrituale war es zum Beispiel, frische Birkenzweige (die Birke steht für Neubeginn) in Salzwasser tauchen und die Hauseingänge damit zu besprenkeln, um das Haus und die Bewohner vor negativen Einflüssen zu bewahren.
Weitere oft benutzte Pflanzen sind:
- Das Haselholz vermittelt die Kraft der Anderswelt.
- Weide gilt als Kraftbaum, weil sie immer wieder austreibt. Drei gegessene
- Weidenkätzchen standen für ein gesundes Jahr.
- Eibe soll vor bösen Geistern schützen.
- Wacholder steht für Ewigkeit, Fruchtbarkeit, Gesundheit.
- Der Palmwedel steht für ewiges Leben (immer wiederkehrende Zyklen und Rhythmen), Erneuerung und Fruchtbarkeit und er soll Unwetter und Krankheiten abwehren. Sie werden an den Gartenzaun gehangen oder an den Hausaltar gestellt und zu Beltane (1. Mai – Fest der Fruchtbarkeit und Liebe) verbrannt.
Schwanger werden
Um selbst fruchtbar und schwanger zu werden, gingen die Frauen zu Frühlingsbeginn zu den Quellen und Teichen der Ostara und badeten darin. Sie erhofften sich, beim Baden im Lebensquell, die Kinderseelen zu empfangen. Es heisst, dass man durch Trinken und Augenwaschungen auf ein Kindersegen hoffen kann.
Eierkult
Das Ei ist ein Symbol für neues Leben und Erneuerung und der Eierkult ist uralt und weit verbreitet. Auch heute noch färbt oder bemalt man zu Ostern Eier, legt sie ein, versteckt und sucht sie oder spielt Spiele wie Eierlaufen und Eierrollen. Archäologen fanden in aus dem 4. Jh. n. Chr. stammenden römisch-germanischen Gräbern, Eier als Grabbeigaben. Sie sind ein Sinnbild für Geburt und Wiedergeburt.
In einer alten Legende heisst es, dass zu Beginn aller Zeiten, die große Göttin ein Ei gebar. Das Welten-Ei. Sie wärmte es unter ihren Brüsten und liess es dort über Jahrtausende hinweg reifen. Als die Schale die ersten kleinen Sprünge zeigte, nahm die grosse Göttin das Ei ganz vorsichtig und legte es in das „grosse Dunkle“. Die Schale sprang auf und aus dem Ei fiel die Erde mitsamt ihrer Tiere, den Pflanzen, dem Wasser und der dottergelben Sonne. Und damit sich die Menschheit bis heute an diesen Ursprung erinnert, werden die ältesten Tierarten noch immer aus Eiern geboren. Es heisst, dass der Eierkult entstand, weil man während der 40 Tage Fastenzeit keine Eier essen durfte, die Hühner aber weiter Eier legten. Zur Konservierung wurden sie hart gekocht und dann zu Ostern gegessen.
Bei den Christen wurden die hartgekochten Eier ursprünglich rot gefärbt – als Symbol für das vergossene Blut Christus. Die gefärbten Eier wurden anschliessend mit in die Kirche genommen, geweiht und gemeinsam verspeist. Auch Schinken, Salz und Brot wurden geweiht und gemeinsam gegessen
Der Hase bringt die Eier
Weil der Hase mehrere Male im Jahr Junge bekommt und sich somit schnell vermehrt, gilt er als Symbol der Fruchtbarkeit.
Im 8 Jh. verbot Papst Zacharias den Germanen Hasenfleisch zu essen, weil man davon ausging, dass es den Geschlechtstrieb förderte. Richtig geklappt hat dieses Verbot nicht, weshalb der Hase nach und nach in die christliche Symbolik übernommen wurde. Da er keine Augenlider hat und quasi mit offenen Augen schläft (die Nacht wird auch dem Tod gleichgesetzt), deutete man ihn als Symbol für die Überwindung des Todes und die Auferstehung Christus. Der Hase ist ausserdem das Lieblingstier der Frühlingsgöttin Ostara und sie wird oft mit Hasen abgebildet.
Naturgeister willkommen heissen
In den naturverbundenen Kulturen heisst man im Frühling auch die Naturgeister willkommen, denn die kleinen unsichtbaren Wesen werden mit dem Frühling wieder richtig aktiv. Dazu legt man schöne Steine in den Garten oder stellt eine kleine Milchschale auf und legt ein paar Nüsse oder einen Apfel daneben. Man begrüsst sie und dankt ihnen, sodass sie bei der Gartenarbeit mithelfen und den Garten schützen. Über ein „Bitte“ und „Danke“ freuen sich die Kleinen besonders..
