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Info des Monats - Tipps und Interessantes für Sie von der Naturheilpraxis

Fett oder fit - Fat-positiv oder Gym-Body

Ob fett oder fit – auch wenn es um Gesundheit geht, steht uns die Sprache stets zur Seite!

dicker mann

Towfiqu Barbhuiya / Unsplash

 

Bis anhin war eigentlich jeder und jedem klar, dass Übergewicht nicht unbedingt als gesund gilt. Aber die Zeiten ändern sich ja bekanntlich. Uns zum Glück sind wir heutzutage sprachlich ja so flexibel, dass wir auch einen an sich ungesunden Lebensstil uns und allen anderen problemlos als positiv verkaufen können. Nennt man das „Marketing“? Wie auch immer – es muss auf jeden Fall „ Neudeutsch“ sein.

So sprechen wir also heute nicht mehr von „übergewichtig“ und schon gar nicht von „fett, ,sondern viel lieber von „curvy“ („kurvig“), „full-figured“ („voll-figuriert“)? – gemäss KI eine durchaus „elegante“ Ausdrucksweise oder auch „lush“ („weich/üppig/luxuriuös“). So einfach ist es also – und schon redet keiner mehr davon, dass man sich vielleicht einfach etwas ungesund ernährt oder zu wenig bewegt., Nein, viel eher darf man sich mit zu vielen Kilos neuerdings als „body-positiv“, „body-confident“ oder sogar als „fat-positiv“ bezeichnen. Ist doch toll.

Nun, was aber, wenn das mit der „Body-Positiv“ doch nicht so ganz funktioniert? Was, wenn jemand sich doch eher als „fat-negativ“ sieht ? Keine Angst auch hier eilen die Marketing-Abteilungen zur Hilfe – in Zusammenarbeit mit der Lebensmittelindustrie, welche uns ihre neuesten Produkte ebenfalls mit Hilfe von vielen neudeutschen Begriffen noch so gerne verkauft. Denken wir doch nur an die vielen „Power-, Buddha- (und sonstigen) Bowls“, die die diversen „Green Smoothies“, sowie an all die „low-Carb“, „high-Protein“ oder „Plant-based-Wraps“, die wir heute ganz „easy“ oder „convenient“ rasch über Mittag (am besten in schlechter Haltung am Bildschirm mit einer Hand auf der Tastatur) als „“Smart-Nutrition“ oder „real Food“ zu uns nehmen können. Hundertprozentig gesund oder zumindest „balanced“, „Body-friendly“ oder „fresh & natural“. Und siehe da: Die Angst vor „Body-Shame“ ist im Nu verschwunden.

Und sollte das mit dem „Clean Eating“ nicht reichen, so gibt es glücklicherweise noch das „Gym“, dank dem man (in Zeiten von „Work-Life-Balance “ja jederzeit, also auch während der Arbeit) ein kurzes oder längeres „Full-Body-Work-out“) oder eine „Training-Session“ einlegen kann – oder auch mal einen ganzen „Leg Day“, „Push Day“ oder „Pull Day“. Kurzum: Egal, welchen Lebensstil man pflegen möchte, die Marketing-Sprache wird ihn uns sicher als „nice“ verkaufen In diesem Sinne: „Stay healthy!“

Quelle: Nebelspalter 2026 / Nr. 03 / Frank Linhart